Wuppertaler Wasserretter in Osttiroler Wellen

 

Am 9. Mai machten sich knapp zwanzig Mitglieder der DLRG (Deutsche Lebens–Rettungs–Gesellschaft) Wuppertal auf den Weg in das über 800 km entfernte Lienz/Osttirol in Österreich. In Lienz trainierten die RettungsschwimmerInnen gemeinsam mit sechs Lienzer RettungsschwimmerInnen verschiedene Einsatzszenarien im wilden Wasser.

 Von Donnerstag bis Sonntag wurde in den ca. 8°C kalten Fluten von Isel und Drau nicht nur gewatet und geschwommen, sondern auch diverse Rettungssituationen durchgespielt. Die deutschösterreichische Crew simulierte die Bergung von Unfallopfern mit unterschiedlichen Behelfsmitteln. Zum Abschluss des Lehrgangs wurde am Sonntag in den frühen Morgenstunden der Ernstfall simuliert. Den Rettungsschwimmern wurde per Funk ein Einsatzszenario mit vier in den Fluten der Isel befindlichen Personen geschildert. Daraufhin begaben sich die RettungsschwimmerInnen sofort mit ihrem Einsatzfahrzeug zum mehreren Kilometern entfernten Einsatzort. Während der Anfahrt wurde die Einsatzkleidung angezogen und die Einsatztaktik besprochen. Vor Ort wurden mehrere Rettungsstationen aufgebaut mit jeweils drei bis vier Rettungsschwimmern, Einsatz- und Erste Hilfe Material. Die ersten drei hilfesuchenden Personen konnten mittels Wurfsäcken unverzüglich gerettet werden, während die letzte hilfesuchende Person durch die unwahrscheinlich starke Strömung zunächst weiter den Fluss herunter getrieben wurde. Der Wuppertaler Rettungsschwimmer Robert Röder zögerte nicht lange und schwamm der hilfesuchenden Person hinterher. Innerhalb von wenigen Sekunden holte er die Person ein und brachte sie sicher ans Ufer.     

“Es war unser erster Kurs, der gemeinsam mit der Österreichischen Wasserrettung organisiert wurde und bleibt mit Sicherheit nicht unser letzter! Es ist wichtig, dass unsere Strömungsretter Grenzsituationen kennenlernen um im Einsatzfall in den heimischen Gewässern von diesen Erfahrungen profitieren zu können. Denn die Wupper hat im Hochwasserfall eine Strömungsgeschwindigkeit von ca. 7-9m/s und zählt somit zu einem der am schnellsten fließenden Gewässer Deutschlands .” erklärt der stellvertretende Vorsitzende der DLRG Wuppertal André Köther.

 Die beiden Rettungsorganisationen sind sich einig, dass diese intensive Form der Ausbildung sinnvoll ist und wollen auch künftig gemeinsame Kurse in Osttirol organisieren. Den Ausklang der Veranstaltung bildete ein gemeinsamer Grillabend, bei dem die Beziehungen zwischen den Wasserrettungs-Organisationen vertieft und die Kameradschaft gestärkt werden konnten. Die Rettungsschwimmer der DLRG Wuppertal Anna Knieling, Jasmin Hammes, Robert Röder, Stefan Besche, Svenja Beckert, Thomas Klaus und Veit Völker haben nach dem Kurs das Strömungsretter Abzeichen 1 der DLRG erfolgreich bestanden.

 

 Text Jasmin Hammes, Fotos DLRG Wuppertal