Seit April 2008 hat die DLRG Wuppertal einen Trupp von Strömungsrettern.

Was ist ein Strömungsretter?

Angelehnt an den amerikanischen SRT, dem Swiftwater Rescue Technician, ist der Strömungsretter ein auf stark strömende Gewässer, Wildwasser und Hochwasser spezialisierter Wasserretter. Er wird grundsätzlich im Team eingesetzt und ist durch eine spezielle Schutzausrüstung vor den besonderen Gefahren in Flüssen und Überschwemmungsgebieten geschützt.

 


Ausbildung Zum DLRG Strömungsretter

Im März 2006 wurde ein dreistufiges Ausbildungskonzept zum DLRG Strömungsretter beschlossen. Dabei wird der Strömungsretter (SR1 - SR3) als Ergänzungsausbildung zur Wasserrettungsdienst gesehen.

 

Was ist eigentlich Swiftwater?

Direkt übersetzt heißt es „schnelles Wasser“. Der amerikanische Standard NFPA 1670 definiert Swiftwater als bewegtes Wasser mit einer Strömungsgeschwindigkeit von mehr als einem Knoten pro Stunde (= 1,85 km/h). Da normale Flüsse und Wasserstraßen in Mitteldeutschland mit ca. drei bis acht Stundenkilometer fließen. können wir jedes Fließgewässer als Swiftwater definieren! Die nächste Stufe ist das „Whitewater“ - das eigentliche Wildwasser - in dem extreme Strömungsverhältnisse vorherrschen.

 


Die Wupper im Stadtgebiet gehört zu diesen schnell fließenden Gewässern. Kann sogar bei entsprechenden Regenfällen zu einer der schnellst fließenden Gewässern Deutschlands werden. Schon bei mehr als 2,5m/sek Fließgeschwindigkeit kann es Lebensgefährlich werden. Wenn Äste oder auch Müll zu geschossen werden. Schwimmer können sich dann entkräftet nicht mehr halten und werden mit gerissen.

 

Strömungsretter könne aber auch zur Bergung aus Höhen eingesetzt werden. Wie bei einer Evakuierungsübung 2008 auf dem Rhein.

 


Zur Ausrüstung gehört immer:

 

Rettungsweste mit Panikverschluss

5 -7 mm Neoprenanzug

Festes Schuhwerk

Handschuhe

Helm mit Strömungsschlitzen

Wurfsack mit mind. 18 M Leine

Messer

Erkennungslicht

Erste Hilfe Ausrüstung

 

Ggf. Klettergurte

Karabiner

Seile/ Klemmen

Bergekorb

Spine Board

Uvm.

 

Bei welchen Einsatzarten in Deutschland braucht man überhaupt speziell ausgerüstete Strömungsretter?

Das mögliche Aufgabenspektrum eines DLRG Strömungsretters ist vielfältig:

• Rettung von Menschen in Not aus schnell fließenden Gewässern (Flussrettung, Wildwasser, Hochwasser) im Rahmen von Einsätzen der Schnellen Einsatzgruppen, im Kat-Schutz oder in Kombination mit der Luftrettung

• Mitarbeit bei der Evakuierung und Rettung aus schlecht zugänglichen Überschwemmungsgebieten (wo ein Einsatz mit Hubschrauber z.B. nicht möglich und mit dem Boot zu gefährlich ist). Hier muss verstärkt mit technischen Hilfsmittel (Greifzügen, Seilbrücken) – auch in Zusammenarbeit mit THW / Feuerwehr gearbeitet werden.

• Absicherung von technischen Einheiten bei z.B. Deich- oder Dammsicherungsmaßnahmen. Stichwort: Wer rettet einen Helfer aus reißender Strömung?

• Sucheinsätze an und in Fließgewässern inkl. Absicherung der Einsatztaucher

• Absicherung von Sportveranstaltungen, wie z.B. Kajak-Wettkämpfe an natürlichen oder künstlichen Wildwasserstrecken

• Rettung und Bergung aus schlecht zugänglichen Klammen und Schluchten. Stichwort: Canyoning-Touristen in Notlagen

Mit welchen speziellen Gefahren muss ich in schnell fließenden Gewässern rechnen?

Hohe Strömungsgeschwindigkeit (Kraft des Wassers), Treibgut, Strudel, Wehre und künstliche Anlagen, Wasserfälle, Buhnen, Verblockungen, „Strainer“ (Siebe / Rechen), Siphons / Unterspülungen, Verklausungen, niedrige Wassertemperatur

Mit welchen speziellen Gefahren muss ich in Überflutungsgebieten rechnen?

• Überspülte Gefahrenstellen können nicht erkannt werden und bergen Gefahren für die Helfer

• Stromschläge an überfluteten elektrischen Einrichtungen

• Türen im Hochwasser können durch den Wasserdruck u.U. nicht mehr geöffnet werden

• Infektions- und Vergiftungsgefahr in bakteriell und chemisch verunreinigte Gewässer z.B. durch überlaufende Klär- oder Industrieanlagen

• Beschädigung von Booten sowie Bootsschrauben durch überspülte Hindernisse (z.B. Zäune, Verkehrsschilder, Mauern...)

• Zäune werden zu Strainern und sind potentielle Gefahrenstellen

• Alle oben genannten Gefahren in strömenden Gewässern können auch in Überschwemmungsgebieten auftreten!